Liparische Inseln & Neapel

Tour-Steckbrief

Datum: 22.-30.10.2012
Teilnehmerzahl: 9
Reiseleiter: Florian Becker

 

Tourbericht und Bilder © Uwe Köhler

Tag 1 – Montag, 22.10.2012 – Anreise nach Neapel und Stadtbesichtigung

Für mich war es nach 2010 bereits die zweite Tour auf die Liparischen Inseln. Tourstart 2012 war für mich auch diesmal wieder der Flughafen Franz-Josef-Strauß in München. Es ging aus dem Hochnebel des Erdinger Mooses hinaus, über die Alpen und geradewegs gen Süden nach Neapel. Beim Landeanflug gab es gleich eine Überraschung, denn dieser erfolgte aus Westen, d. h. vom Meer aus, was nicht allzu oft vorkommen soll.

Landeanflug auf Neapel

Wir überflogen in einer großen Kurve zunächst Ischia und Procida und sahen die Phlegräischen Felder mit den vielen großen und kleinen Kratern von oben. Im steten Sinkflug überflogen wir Pozzuoli und erspähten natürlich auch den Vulkan Solfatara, bevor es im Tiefflug über die Häuserschluchten von Neapel zur Landung ging. Mit dem Stadtbus fuhren wir an den Hafen von Neapel nahe dem Stadtteil Santa Lucia. Von dort mussten wir die restlichen Meter bis zu unserem Hotel Rex zu Fuß laufen.

Piazza Plebiscito

Nach und nach trafen dann die restlichen Reiseteilnehmer im Hotel ein. Nach einer kurzen Begrüßung machten wir uns bei spätsommerlichen Temperaturen um die 25 Grad auf den Weg in die Altstadt von Neapel zur Stadtbesichtigung.

Blick vom Vomero auf Neapel

Mit der Funiculare fuhren wir im Anschluss hinauf auf 250 m über der Stadt um vom Castell Sant‘ Elmo aus die Häuserschluchten Neapels von oben zu besichtigen.

Am ersten Abend saßen wir dann, auf der neuerdings für Fahrzeuge gesperrten und zur Flaniermeile umgewandelten, früher stark befahrenden Via Partenope, unmittelbar am Meer in der Nähe unseres Hotels, in einer typischen neapolitanischen Pizzeria.

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Tag 2 – Dienstag, 23.10.2012 – Vesuv und Phlegräische Felder

Mit einem Kleinbus ging es nach dem Frühstück quer durch die Stadt auf die andere Seite der Bucht von Neapel. Dort wo jetzt das „neue“ Herculaneum (heute Ercolano, früher Resina genannt) als hässliche Siedlung aus dem Boden wächst, zweigt eine steile Stichstraße hinauf in die Caldera des Somma und an den Krater des Vesuv. Die letzten Meter zum Kraterrand mussten wir allerdings zu Fuß bewältigen. Von oben sieht man wie gefährlich der Vesuv die Stadt Neapel und seine, mittlerweile bis an die Hänge des Vulkans gebauten Siedlungen, bedroht. Das Gebiet rund um den Vesuv zählt heute rund 3 Mio. Einwohner.

Vesuvkrater

Und dann blickten wir ehrfürchtig in den 200 m tiefen und mit 700 m Durchmesser mächtigen Krater des gefährlichsten Vulkans Europas.

Vesuvkrater

Nach der Besichtigung des Vesuvs ging es weiter in Richtung Phlegräische Felder nach Pozzuoli, die wir bei der Landung schon von oben gesehen hatten. Das Gebiet der Phlegräischen Felder dehnt sich rund um Pozzuoli und westlich von Neapel auf einer Fläche von ca. 150 qkm aus. Man kann es vom Boden aus nur schwer als Vulkan erkennen. Das Gebiet gilt als „aktives Vulkangebiet“.

Unser Ziel war der Vulkan Solfatara, der mitten in so einem Wohngebiet mit normaler Wohnbebauung liegt ? oder sagen wir so: die Menschen haben ungeachtet der Gefahr dieser aktiven Vulkankrater, ihre Häuser unmittelbar bis an, manchmal sogar bis in die Krater hinein gebaut. Im Westteil des Vulkans befinden sich ein Campingplatz und sogar ein Freibad, das aber nicht im Betrieb war. Hinter ein paar Erdbeer- und Eukalyptusbäumen betritt man plötzlich und unheimlich den kahlen Kraterboden unter dem in einigen Kilometern Tiefe ein riesiges Magmafeld kocht.

Solfatara Mudpool

In der Kratermitte läuft man an einigen kochenden Schlammtümpeln vorbei, aus denen es übel nach faulen Eiern stinkt und blubbert wie bei einem kochenden Pudding.

Solfatara

Weiter hinten läuft man auf die dampfend heißen Erdspalten, Solfataren genannt, am Ostrand des Kraters zu, aus denen um die 200 Grad heißer Schwefeldampf aufsteigt und alles in einen undurchdringlichen ätzenden Nebel hüllt und die Steine schwefelgelb färbt.

Pozzuoli Serapidentempel

Nach dem Vulkan Solfatara machten wir noch einen Abstecher an den Hafen von Pozzuoli. Dort steht unweit des Hafens das Marcellum, eine Tempelanlage, bei der durch bradyseismische Hebung und Senkung des Erdbodens Höhenunterschiede von 12 m aufgetreten sind. An den Steinsäulen erkennt man in 3 m Höhe Bohrmuscheln die darauf hindeuten, dass bis in diese Höhe einmal das Meer gestanden hat.

Ein weiteres beeindruckendes Zeugnis sind die Schiffsboller am Hafen. Durch die bradyseismische Hebung des Bodens mussten irgendwann neue, tieferliegende, d. h. näher am Wasser stehende Boller errichtet und das Land aufgeschüttet werden.

Am späten Nachmittag fuhren wir mit unserem Kleinbus wieder zurück nach Neapel um unsere Fähre nicht zu verpassen. Um 20 Uhr legten wir ab in Richtung Äolische Inseln ausgestattet mit Brot, Schinken, Salami, Käse, Tomaten, Wein und Bier für unser obligatorisches Picknick an Bord.

Tag 3 – Mittwoch, 24.10.2012 – Vulkan Stromboli

Als wir nach der nächtlichen Überfahrt durch das Tyrrhenische Meer mit der Fähre „Laurana“ am nächsten Morgen die Hafenmole von Stromboli erreichten war es noch dunkel. So sahen wir auch nicht die Silhouette des Vulkans Stromboli, der sonst bei späterer Ankunft am heller werdenden Horizont sichtbar wird. Zur Begrüßung gab es erst einmal ein frisch gebackenes Croissant und einen Kaffee in einer Bar am Hafen. Nachdem die Sonne aufgegangen war gingen wir durch die engen Gassen Strombolis, wie die Ortsteile Scari, San Vicenzo, Ficogrande, Piscita und San Bartolo jetzt heißen, zu unserer Pension Villa Petrusa.

Stromboli San Vincenzo

Gleich im Anschluss stand eine kleine Ortsbesichtigungstour auf dem Programm.

Stromboli San Bartolomeo

Außerdem nutzte jeder aus der Gruppe die Gelegenheit, sich Wasser und etwas zu Essen für den später geplanten Aufstieg auf den Vulkan zu besorgen. Bis zum Abmarsch blieb dann auch noch etwas Zeit um am schwarzen Lavasandstrand im 23 Grad warmen Meer ein paar Runden zu schwimmen.

Stromboli Uwe und Florian Spiaggia Lunga

Am späten Nachmittag wurde es dann ernst. Wir schnürten unsere Bergstiefel und machten uns auf den Weg zur Bergführerstation, die im Ortsteil San Bartolo nahe der Bar Ingrid liegt. Dort nahmen wir unsere Helme in Empfang. Dann ging es den über 3-stündigen steilen Aufstieg hinauf auf den Stromboli – auf über 900 m.

Klassischer Aufstieg - Übergang zum Liscione-Grat

 

Am Treffpunkt aller Gruppen, knapp unterhalb des Gipfels, machten wir diesmal nur kurz Pause um trockene Kleidung anzuziehen. Denn an diesem Tag hatten wir Glück und die Kraterterrasse mit den fünf Krateröffnungen war komplett frei. Außerdem war der Stromboli ziemlich aktiv und begrüßte die Gipfelstürmer fast im 5-Minuten-Takt mit Asche- und Lavaeruptionen.

Vor zwei Jahren war an dieser Stelle alles in Wolken, es war klirrend kalt und der Stromboli hatte keine einzige Eruption auf Lager.

Stromboli Eruption

Die letzten Meter hinauf zum Pizzo, dem besten Standort auf dem Stromboli, von dem man genau auf und in die Krateröffnungen des Vulkans sehen kann, bewältigten die Gruppen fast im Dauerlauf. Und dann sahen wir ein beeindruckendes Schauspiel.

 

Stromboli Eruption

Über eine Stunde lang beobachteten wir wie die Lava aus den fünf Öffnungen brodelte, herausschoss oder sich glühende Lavabrocken mit einem gewaltigen Asche und Hitzeausstoß teilweise bis zu 200 m in die Höhe stieß. Die Tour hatte sich mit diesem beeindruckenden Darbietungen schon jetzt bezahlt gemacht. Beim Abstieg über das rückwärtige Aschefeld schwärmte jeder über die atemberaubenden Ausbrüche des Stromboli.

Tag 4 – Donnerstag, 25.10.2012 – Inselrundfahrt Stromboli und Altes Observatorium

Am nächsten Tag machten wir uns auf zur Inselrundfahrt. In der Morgensonne sah man die gewaltigen Lavaformationen, die der Stromboli in den vielen Jahrhunderten aufgebaut hat. Auf der gegenüberliegenden Seite der Insel Stromboli liegt die kleine Ortschaft Ginostra mit dem ehemals ‚kleinsten Hafen der Welt‘ – wie es einmal im Guiness-Buch der Rekorde stand.

Ginostra Hafen

Nach einem kurzen Rundgang durch den nur noch 27-Seelen-Ort Ginostra ging es weiter zur berühmten Feuerrutsche, der ‚Sciara del Fuoco‘. In gebührendem Abstand fuhren wir vorbei, denn bei besonders heftigen Lavaauswürfen rollen die glühenden Lavabrocken bis ins Meer hinunter und verursachen meterhohe Wellen. Vor allem in der Nacht kann man das Schauspiel auf Ausflugsbooten, die draußen auf dem Meer ankern, besonders gut besichtigen.

Strombolicchio

Weiter ging es mit unserem kleinen Boot hinaus zu Strombolis kleiner Schwester Strombolicchio, einem Überbleibsel eines erloschenen Vulkanschlotes, auf dem jetzt ein Leuchtturm steht. Leider war das Meer zu unruhig, sonst hätten wir noch einen kurzen Tauchstopp eingelegt.

Für den Nachmittag stand eine Wanderung zur Feuerrutsche auf dem Programm. Der Höhenweg, der auf ca. 400 m immer oberhalb der Ortschaft Stromboli entlang durch eine phänomenale Vegetation führt, bietet beeindruckende Ausblicke auf die weiß getünchten Häuser und aufs Meer.

 

Panoramahöhenweg Stromboli - Blick aufs Ristorante Osservatorio

Der Höhenwanderweg endet an der ‚Sciara del Fuoco‘ wo wir bis zum Einbruch der Dunkelheit die Kraterterrasse beobachteten. Und auch an diesem Abend wurden wir mit einigen beeindruckenden Lavafontainen belohnt. Zum Abschluss ging es dann noch ins Alte Observatorium, das zu einer Pizzeria umgebaut worden ist.

Semaforo Labronzo - Ristorante Osservatorio

Auf der neu angelegten Terrasse kann man die unzähligen Ausbrüche des Stromboli wie in einer Freilichtbühne beobachten.

 

Stromboli Eruption - Blick vom Ristorante Osservatorio - Semaforo Labronzo

Tag 5 – Freitag, 26.10.2012 – Insel Panarea

Leider hieß es am nächsten Morgen Abschied nehmen vom Stromboli. Die Koffer wurden wieder von Antonio mit seiner dreirädrigen Ape abgeholt und wir liefen noch einmal durch die engen Gassen bis zum Hafen. Mit dem Tragflügelboot rauschten wir dann übers Wasser zur Nachbarinsel Panarea, auf halber Strecke nach Lipari. Dort gingen wir an Land. Ein Teil der Gruppe besichtigte das Bronzezeitdorf auf dem Capo Milazzese und einen der schönsten Strände Panareas und der Äolischen Inseln.

Panarea - Spiaggia dei Zimmari

Die andere Gruppe machte sich auf den Weg die Insel zu ‚umrunden‘. Auf einem schmalen Maultierpfad und durch fast undurchdringliche Olivenbüsche und Kakteen ging es fast eben bis unmittelbar an die Klippen.

Panarea - Piano Milazzese

Dann machte der Pfad eine Biegung nach oben und es ging fortan steil bergauf. Immer wieder machte der Weg an teilweise schwindelerregenden Klippen eine Serpentine nach oben und je höher es ging desto größer wurden die Felsen die wir überwinden mussten. Schließlich war das Gipfelplateau auf 421 m ü. d. M. auf dem Punta del Corvo erreicht.

Erdbeerbäume zur Erfrischung und ein gigantischer Ausblick belohnten uns für die Anstrengung. Von hier sah man den rauchenden Stromboli in beeindruckender Art und Weise.

Panarea - Punta del Corvo

Wir sahen die Küste Kalabriens und sogar der Gipfel des Ätna auf Sizilien war zu sehen.

Nur wenige Minuten nachdem wir wieder unten am Hafen angekommen waren, kam auch schon unser Tragflügelboot das uns weiter nach Lipari bringen sollte. Dort angekommen bezogen wir unser drittes Hotel während unserer Vulkantour. Zum Abschluss des Tages machten wir noch einen kleinen Stadtrundgang bevor der Abend in einer gemütlichen Pizzeria abgerundet wurde.

Tag 6 – Samstag, 27.10.2012 – Burgberg, Archäologisches Museum mit Kathedrale und Kraterwanderung

Nach dem Frühstück machte sich die Gruppe auf den Weg zum Burgberg von Lipari.

Lipari Castello und Hafen Marina Corta

Dort waren wir mit Ute, einer fachkundigen Museumsführerin, verabredet. Nach einem Rundgang in der Kathedrale und dem Kreuzgang sowie einiger Ausführungen über die Ausgrabungen auf dem Burgberg begab man sich ins Museum um die museumsgeschichtliche Historie von Lipari und den Liparischen Inseln kennenzulernen.

Lipari Kathedrale San Bartolomeo

Für den Nachmittag hatte unser Reiseleiter Florian wieder einen Kleinbus organisiert der uns nach Lami oberhalb von Canneto, dem zweitgrößten Ort auf Lipari, brachte.

Lipari - Cave di Pomice - Bimssteinbrüche

Von dort wanderten wir zu den Obsidianen in den Krater des erloschenen Vulkans Monte Pilato und durch den Krater hinunter nach Acquacalda.

Lipari - Wanderung nach Acquacalda

Hier wurden wir wieder abgeholt. Zum Ende der Wanderung sahen wir über der Nachbarinsel Salina interessante Wolkenformationen die einen Wetterumschwung ankündigten.

Lipari - Blick nach Salina mit Wetterumschwung

Am Abend waren wir zum Essen – Kaninchen süßsauer, eine typisch liparotische Spezialität – bei „U Zu Peppino“ in Pianoconte verabredet. Die halbstündige Verdauungs-Wanderung zurück nach Lipari verhalf einigen aus der Gruppe nach dem üppigen Abendessen wieder das Normalgewicht zu erreichen.

Tag 7 – Sonntag, 28.10.2012 – Inselrundfahrt Lipari und Wetterumschwung

Der 7. Tag begann zwar mit einer leichten Prise aber dennoch bei herrlichem Sonnenschein. Wir liefen quer durch die Gassen von Lipari zum Fährhafen. Dort organisierte Florian die Fahrzeuge für die Inselrundfahrt.

Lipari Inselrundfahrt

Mit zwei legendären alten Cabrios und ich auf dem Motorroller fuhren wir zunächst an die Südspitze Liparis, zum Vulkan-Observatorium mit Blick auf die Insel Vulcano.

Uwe auf der Vespa - Lipari und Vulcano

Danach ging es über Canneto, an den Obsidianströmen und Bimsabbaubrüchen vorbei, nach Acquacalda.

Plötzlich jagten dunkle Wolken und orkanartige Böen über die Insel und verwandelten die Fahrt in ein noch nie da gewesenes Abenteuer. Der Sturm blies den plötzlich sturzbachartig einsetzenden Regen links ins Cabrio und rechts wieder hinaus. Ich wäre auf meinem Roller fast ertrunken, so hat es geschüttet.

Zwischendurch hörte es mal wieder auf und wir konnten die Kapelle Chiesa Vecchia, mit Blick auf Salina, sowie die Cave de Caolino, dem Kaolintagebau bei Quattropani besichtigen. Aber dann wurde der sintflutartige Regen immer schlimmer und wir mussten die Inselrundfahrt abbrechen.

So nass war ich noch nie. Es regnete wie aus Fässern, die einem brutal über den Kopf geschüttet wurden. Zurück in unserem Hotel mussten wir uns erst mal erholen, duschen und trockene Sachen anziehen.

So schnell wie das Unwetter da war, so schnell war es auch wieder vorbei und am Nachmittag lachte wieder die Sonne über Lipari. Die Cabrios waren zu diesem Zeitpunkt zwar schon wieder zurückgegeben, dafür stand mein Roller noch vor dem Hotel.

Lipari Quattroocchi

Ich hatte meine Klamotten und die Schuhe mit dem Fön getrocknet und machte mich nochmal allein auf Erkundungstour Richtung Therme San Calogero und Belvedere Quattrocchi und einigen anderen Aussichtspunkten, die ich vorher noch nicht gesehen hatte.

Einige aus der Gruppe machten eine dreistündige Wanderung an die Südwestküste Liparis um eine neue und interessante Wanderroute auszuprobieren (um den Monte Guardia, es soll wunderschön gewesen sein!).

Am Abend traf man sich bei Gilberto zur Weinprobe und befand den trotz Regens beeinträchtigten Tag dennoch als sehr gelungen.

Lipari - Bei Gilberto e Vera

Tag 8 – Montag, 28.10.2012 – Regen, Sturm und Absage der Fähre nach Neapel

Am letzten Tag unserer Reise auf den Äolischen Inseln wollten wir eigentlich mit einem Privatboot nach Vulcano übersetzen. Der Plan war, das Hotelzimmer zu räumen, das Gepäck mit aufs Boot zu nehmen, auf Vulcano zwischenzuparken, den Gran Cratere zu besteigen und die Insel Vulcano zu besichtigen und am Abend mit der Nachtfähre zurück nach Neapel zu fahren.

Unwetter über Lipari

Der Sturm vom Vortag und das neuerliche Unwetter mit Starkregen und orkanartigen Winden machten allerdings diesen Plan vollkommen zu Nichte.

Es regnete so schlimm, dass wir nicht einmal das Hotel verlassen konnten. Als die Nachricht kam, dass alle Fähren abgesagt waren, traf man sich im Aufenthaltsraum des Hotels um neue Pläne zu schmieden.

Solange keine Fähre fährt, waren wir gezwungen auf Lipari zu bleiben. Da auch keine Touristen „auf“ die Insel gelangten, konnten wir unsere Hotelzimmer für eine zusätzliche Nacht behalten. Unser Reiseleiter war den ganzen Tag damit beschäftigt eventuelle neue Flüge und Zugverbindungen rauszusuchen und umzubuchen, falls man am Tag drauf irgendwie von der Insel kommt. Und so verging auch dieser Tag, leider zum größten Teil im Hotelzimmer. In einer gemütlichen Pizzeria am alten Fischerhafen beschloss man dann auch diesen letzten Reisetag.

 

Unwetter über Lipari

Tag 9 – Dienstag, 29.10.2010 – Rückkehr auf Umwegen

Eigentlich sollten wir bei Sonnenaufgang auf Höhe Capri sein und vor uns die Bucht von Neapel mit dem Vesuv liegen sehen. Aber wir waren immer noch auf Lipari.

Lipari Hafen

Unser Reiseleiter hatte sich erkundigt und die Nachricht, dass nur ein einziges Tragflügelboot an diesem Tag nach Sizilien fährt, machte schnell die Runde.

Wir zogen also los und verabschiedeten uns von unserem Vermieter im Hotel Casa Mafalda auf und in Lipari. Am Fährhafen hatte der Fahrkartenschalter geöffnet und wir wurden mit Fahrscheinen nach Milazzo auf Sizilien ausgestattet.

Jetzt begann das bange Warten auf die Fähre. Draußen tobte noch der Sturm und meterhohe Wellen peitschten die Gischt in der Sonne.

Lipari Hafen

Aber dann bog die Fähre um die Klippen und wir konnten uns wenig später auf den Wellenritt nach Sizilien machen.

In Milazzo teilte sich die Reisegruppe. Die Gruppe „Napoli“ mit Steffen, Heike, Marlene und Valentin aus Zwickau, die ihr Auto in Neapel untergestellt hatten und Hanni aus Frankfurt, für die unser Reiseleiter einen Flug von Neapel nach Frankfurt organisiert hatte, mussten mit dem Zug über Messina und Kalabrien zurück nach Neapel fahren.

Die Gruppe „Palermo“, mit Jochen und Nelly aus Karlsruhe, Uta aus Hamburg, unserem Reiseleiter Florian aus München und mir, fuhren mit dem Zug an der Nordküste von Sizilien von Milazzo über Cefalu nach Palermo.

Stazione di Milazzo - Bahnhof Milazzo

Dort ging es vom Bahnhof mit dem Stadtbus zum Flughafen und von dort weiter mit dem Flieger nach Stuttgart. Dort angekommen fuhren die zwei Karlsruher mit dem Zug weiter Richtung Heimat.

Der restlichen Mitglieder der Reisegruppe „Palermo“ mietete sich ein Auto um damit nach München zu gelangen.

Gegen Mitternacht war dann auch für uns die Tour in München zu Ende. Letztlich war dieser unvorhergesehene Umweg Richtung Heimat ein Riesenerlebnis.

Und insgesamt war die Tour wieder der „Hammer“!!!

Florian Becker
Autor
Florian Becker, Geologe

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