Vulkane statt Computer – Das Portrait

Seite MM11 / Münchner Merkur – MÜNCHEN Dienstag, 24. Januar 2006

LMU-Geologe wird Reiseveranstalter

Gewaltige Aschewolken über dem Ätna, rot glühende Lavafontänen am Vulkan Stromboli oder die gewaltige Kulisse des Vesuv über den Ruinen der römischen Stadt Pompeji: Das sind Anblicke, die Florian Becker seit seinem Studium der Geologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) fest in ihren Bann gezogen haben. Fast seine gesamte Freizeit verbrachte der 33-Jährige mit Reisen zu den Feuerbergen der Erde.

Im Jahr 2000 hat Becker sein Studium beendet. Seitdem hatte er einen gut bezahlten Informatikerjob. Doch das Leben hinter dem Computer in einem stickigen Büro war ihm nicht mehr genug, er wollte wieder öfter zu den Vulkanen reisen ? und Interessierten die Faszination der Feuerberge näher bringen.

Florian Becker hat den Schritt in die Selbständigkeit nach seinem Studium gewagt und betreibt seit vergangenem Jahr ein eigenes Reisebüro mit speziellen Angeboten für Vulkanliebhaber.

„Vulkankultour“ hat Becker sein Unternehmen genannt. „Ich habe mich auf Kurztrips zu den europäischen Vulkanen und längeren Studien-wanderungen, etwa nach Island spezialisiert“, erklärt Becker. „Ich will den Leuten neben den spannenden geologischen Verhältnissen auch das Leben der Menschen mit den oft noch aktiven Vulkanen vermitteln.“

Die Idee zur Existenzgründung hatte Becker schon vor längerer Zeit. Immer wieder hatte er Diavorträge über seine Reisen gehalten. Er zeigte Bilder von speienden italienischen Feuerbergen, von isländischen Geysiren oder von bizarren Gesteinsformationen, die aus dem Bauch der Erde entsprungen sind.

„Bei diesen Veranstaltungen haben viele Zuschauer erst gemerkt, dass man zu den Vulkanen auch hinfahren kann, und so wurde ich oft angesprochen, ob ich nicht auch geführte Touren dorthin anbiete“, erzählt Becker.

Diesen Wünschen seines Publikums kommt er jetzt nach. „Nachdem ich bei meiner Firma gekündigt hatte und mir eine neue Existenz aufbauen konnte, musste ich erst einmal zahlreiche Fortbildungsmaßnahmen über das Arbeitsamt machen“, erklärt der Geologe. „Zum Beispiel musste ich einen Business-Plan erstellen und lernen, wie man einen eigenen Betrieb führt.“

Jetzt hält Becker weiterhin seine Vorträge über die Feuerberge und tourt damit durch ganz Bayern, um sein Unternehmen und seine Angebote bekannt zu machen.

„Die nächsten Reisen werden vom 21. bis 24. April an den Golf von Neapel und vom 25. April bis zum 3. Mai ins Tyrrhenische Meer auf die Äolischen Inseln zum Stromboli und nach Vulcano führen“, sagt Becker. „Dafür sind noch Plätze frei.“

Informationen zu den Reiseangeboten gibt es im Internet unter www.vulkankultour.de.

THORSTEN NAESER

[ Den original Zeitungsartikel als PDF-Datei gibt’s hier: merkur_20060124 ]

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