Tödlicher Unfall im Vulkan Solfatara (bei Neapel)

Gestern machte die Nachricht von einem tragischen Unfall im Vulkan Solfatara die Runde. Wir möchten hiermit dazu Stellung nehmen und die Ereignisse zusammen fassen.

Wie verschiedene Medien berichten (z.B. Merkur Online), sind gestern drei Personen in der Solfatara tödlich verletzt worden. Es handelt sich um einen 11-jährigen Jungen und seine beiden Eltern aus Norditalien (42 und 45 Jahre alt). Der Junge ist angeblich über eine Absperrung geklettert und in ein mehrere Meter tiefes Loch mit kochendem Schlamm gefallen, welches durch einen spontanen Kollaps entstanden ist. Beide Eltern sind bei dem Versuch, den Jungen zu retten, ebenfalls ums Leben gekommen. Der 7-jährige Bruder des Jungen hat unverletzt überlebt.

Der Vulkan Solfatara (auch „die Solfatara“ genannt) gehört zum Vulkangebiet „Phlegräische Felder“ im Westen von Neapel. Er befindet sich in der Stadt Pozzuoli. Der letzte Vulkanausbruch ereignete sich im Jahre 1198, seitdem befindet sich die Solfatara im sog. „Fumarolenstadium“ (Austritt vulkanischer Gase an diversen Stellen). Der Vulkan ist in Privatbesitz und ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen, in seinem Krater befindet sich ein Campingplatz und eine Cafeteria. Die Unglücksstelle liegt in einem, durch einen Zaun abgesperrten Bereich, der sog. „Fangaia“, einem blubbernden Schlammtümpel innerhalb des Kraters. Dieser Bereich ist wegen der Einbruchsgefahr nicht öffentlich zugänglich! Mehrere Verbotsschilder warnen zudem eindringlich vor einem Übersteigen der Zäune.

Solfatara / Phlegräische Felder (© Julia Lauberger)

Vulkan Solfatara / Phlegräische Felder

Fangaia - der blubbernde Mudpool im Vulkan Solfatara

Fangaia – Mudpool im Vulkan Solfatara

Fangaia (Vulkan Solfatara)

Fangaia (Vulkan Solfatara) – Bild © C. Metzger

Warnschild im Vulkan Solfatara

Warnschild im Vulkan Solfatara

 

Allgemein gilt: es hat seinen guten Grund, wenn einige Bereiche an Vulkanen (auch vermeintlich harmlose wie die Solfatara) gesperrt sind. Bitte NIEMALS solche Verbote missachten und/oder ohne Guide gehen, wo es vorgeschrieben ist! Zu beachten sind immer die behördlichen Vorschriften für Vulkanbesteigungen!

Wir sind sehr traurig über diese schrecklichen Nachrichten, sind auch wir sehr oft mit unseren Reisegruppen vor Ort und kennen die Region gut. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen, vor allem dem 7-jährigen Jungen, der seinen Bruder und seine Eltern verloren hat.

Der Zugang zur Solfatara ist nach diesem entsetzlichen Unfall natürlich bis auf Weiteres gesperrt. Allgemeine Infos zum Vulkan Solfatara gibt es hier (Infoseite des Besitzers). Fabian ist übermorgen mit einer Reisegruppe in Neapel, natürlich fällt der geplante Besuch der Solfatara aus.

 

Florian Becker
Autor
Florian Becker, Geologe

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